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Samstag, 10. November 2012
SCHMECKEN: Herzrasen in der "Fliegenbude"
linlin1982, 14:08h
16 verschiedene "Snacks" (xiao chi). 16 verschiedene Snacks haben wir am ersten Tag in Chengdu probiert. Die Stadt ist wahrhaftig ein Paradies fuer Gourmets.
In der Jinli Ancient Street gibt es an die zwanzig aneinandergereihte Buden; jede bietet einen anderen Snack feil: von Fleischspießen, über gefüllte Brötchen bis hin zu leckeren Reiskuchen.
Eigentlich findet man an jeder Ecke die berühmten Chengdu-Snacks wie san da pao, Klebreiskugeln in Pflaumensauce (siehe unten).

Echte Chengduer essen abends in den "Fliegenbuden"(苍蝇馆子). So nennen die Einwohner humorvoll die einfachen Lokale, die auf sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausstrahlen. Wie Fliegen werden sie magisch von den Köstlichkeiten angezogen (siehe unten).

Das Essen ist "ma-la". "La" bedeutet scharf, "ma" bezeichnet den Sichuan-Pfeffer. Diese tödliche Kombination sorgt schon nach ein paar Bissen von in "ma-la" getränkten Speisen für Schweißausbrüche, Herzrasen und eine taube Zunge.
Zwischendurch mussten wir mehrmals mindestens 5 Minuten Pause machen. Am Ende bin ich fast vom Stuhl gefallen und konnte nur noch nach Hause wanken. Auch Mr. X, der normalerweis scharfes Essen problemlos verträgt, hat jetzt Angst vor "Ma-la" in voller Montur.
Zurück in Qingdao schmeckt das Sichuan-Essen fade. Kein Vergleich zu der Schärfe in Chengdu. Aber wenigstens kein Herzrasen.
In der Jinli Ancient Street gibt es an die zwanzig aneinandergereihte Buden; jede bietet einen anderen Snack feil: von Fleischspießen, über gefüllte Brötchen bis hin zu leckeren Reiskuchen.
Eigentlich findet man an jeder Ecke die berühmten Chengdu-Snacks wie san da pao, Klebreiskugeln in Pflaumensauce (siehe unten).

Echte Chengduer essen abends in den "Fliegenbuden"(苍蝇馆子). So nennen die Einwohner humorvoll die einfachen Lokale, die auf sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausstrahlen. Wie Fliegen werden sie magisch von den Köstlichkeiten angezogen (siehe unten).

Das Essen ist "ma-la". "La" bedeutet scharf, "ma" bezeichnet den Sichuan-Pfeffer. Diese tödliche Kombination sorgt schon nach ein paar Bissen von in "ma-la" getränkten Speisen für Schweißausbrüche, Herzrasen und eine taube Zunge.
Zwischendurch mussten wir mehrmals mindestens 5 Minuten Pause machen. Am Ende bin ich fast vom Stuhl gefallen und konnte nur noch nach Hause wanken. Auch Mr. X, der normalerweis scharfes Essen problemlos verträgt, hat jetzt Angst vor "Ma-la" in voller Montur.
Zurück in Qingdao schmeckt das Sichuan-Essen fade. Kein Vergleich zu der Schärfe in Chengdu. Aber wenigstens kein Herzrasen.
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Samstag, 13. Oktober 2012
SEHEN: Puffige Pandas
linlin1982, 15:40h
Die Provinz Sichuan ist groß. So groß wie Frankreich. Vor allem der Nationalpark Jiuzhaigou im Norden der Provinz ist bei chinesischen Touristen sehr beliebt. Und natürlich gibt es in Sichuan den Schatz, den die Regierung wie einen Augapfel hütet: Pandabären.
Am ersten Morgen nach unserer Ankunft in der Provinzhauptstadt Chengdu sind wir zum "Panda Breeding Center" im Norden der Stadt gefahren. In diesem Reservat kann man mehrere Stunden wandern und Pandas in anscheinend tierfreundlichen Gehegen bestaunen. Wir konnten ihnen beim genüßlichen Frühstücken von Tonnen von Bambus zuschauen.

Große und kleine, dicke und nicht ganz so dicke, schlafende und nachdenkliche Pandas gibt es. Und auch ganz kleine:
Mehr als Bambus zu fressen, massenhaft grüne Exkremente auszustoßen und zu schlafen haben die puffigen Tiere aber natürlich nicht gemacht.
Die Menschen in Chengdu sind genauso entspannt drauf wie die Pandas: die Stadt ist berühmt für seine easy-going Teehauskultur. In den Volksparks spielen die Leute zusammen das Glücksspiel Majiang (Mah-Jong), knacken Sonnenblumenkerne und lassen sich den Ohrenschmalz von professionellen Ohrenschmalzentfernern entfernen, die ihre Dienste in Parks anbieten (leider habe ich kein Foto davon).

Am Morgen des 3. Tages sind wir dann mit dem Bus in Richtung Westen aufgebrochen. Die geplante Reisezeit von sieben Stunden hat sich dann auf 12 Stunden ausgedehnt, weil die engen, kurvigen Bergstraßen ständig ausgebessert werden müssen und daher schnell Stau entsteht.
Abends sind wir im 360 Kilometer entfernten Kangding angekommen. Kangding war die Grenzstadt zum historischen Tibet. Der gesamte Westen von Sichuan ist von tibetischen Sitten geprägt. Alles ist zweisprachig gehalten, auf tibetisch und chinesisch. Obwohl die meisten Bewohner Han-Chinesen sind, sieht man doch an der Kleidung und an den Gesichtern von vielen Passanten, dass man am Ende der chinesischen Welt angekommen ist... . Zurzeit dürfen Ausländer nicht nach Tibet reisen. Daher ist der Westen von Sichuan eine gute Alternative, um tibetische Kultur zu erleben.
In fast 4000 Meter Höhe liegt einer der höchsten Bergseen Sichuans: Mugecuo. Mugecuo ist kein "Great Escape": man darf nur auf ausgewiesenen Pfaden wandeln und wird mit Touribussen den Berg raufgekarrt. Trotzdem ist die Szenerie sehr schön.

Ganz oben merkt man nur für ein paar Minuten die Höhe. Manche hatten allerdings größere Probleme. Trotzdem haben einige sogar ihre kleinen Hunde mitgenommen!
Am 2. Tag haben wir uns ein Auto mit Fahrer gemietet und sind zu den Tagong Grasslands gefahren, vorbei an grasenden Yaks und Pferden.

Die Landschaft mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund war wunderschön. Das Wetter schwang dauernd um: mal Regen, mal Schnee...aber Gott sei Dank gab es auch mal eine halbe Stunde strahlenden Sonnenschein... .

Am ersten Morgen nach unserer Ankunft in der Provinzhauptstadt Chengdu sind wir zum "Panda Breeding Center" im Norden der Stadt gefahren. In diesem Reservat kann man mehrere Stunden wandern und Pandas in anscheinend tierfreundlichen Gehegen bestaunen. Wir konnten ihnen beim genüßlichen Frühstücken von Tonnen von Bambus zuschauen.

Große und kleine, dicke und nicht ganz so dicke, schlafende und nachdenkliche Pandas gibt es. Und auch ganz kleine:
Mehr als Bambus zu fressen, massenhaft grüne Exkremente auszustoßen und zu schlafen haben die puffigen Tiere aber natürlich nicht gemacht.
Die Menschen in Chengdu sind genauso entspannt drauf wie die Pandas: die Stadt ist berühmt für seine easy-going Teehauskultur. In den Volksparks spielen die Leute zusammen das Glücksspiel Majiang (Mah-Jong), knacken Sonnenblumenkerne und lassen sich den Ohrenschmalz von professionellen Ohrenschmalzentfernern entfernen, die ihre Dienste in Parks anbieten (leider habe ich kein Foto davon).

Am Morgen des 3. Tages sind wir dann mit dem Bus in Richtung Westen aufgebrochen. Die geplante Reisezeit von sieben Stunden hat sich dann auf 12 Stunden ausgedehnt, weil die engen, kurvigen Bergstraßen ständig ausgebessert werden müssen und daher schnell Stau entsteht.
Abends sind wir im 360 Kilometer entfernten Kangding angekommen. Kangding war die Grenzstadt zum historischen Tibet. Der gesamte Westen von Sichuan ist von tibetischen Sitten geprägt. Alles ist zweisprachig gehalten, auf tibetisch und chinesisch. Obwohl die meisten Bewohner Han-Chinesen sind, sieht man doch an der Kleidung und an den Gesichtern von vielen Passanten, dass man am Ende der chinesischen Welt angekommen ist... . Zurzeit dürfen Ausländer nicht nach Tibet reisen. Daher ist der Westen von Sichuan eine gute Alternative, um tibetische Kultur zu erleben.
In fast 4000 Meter Höhe liegt einer der höchsten Bergseen Sichuans: Mugecuo. Mugecuo ist kein "Great Escape": man darf nur auf ausgewiesenen Pfaden wandeln und wird mit Touribussen den Berg raufgekarrt. Trotzdem ist die Szenerie sehr schön.

Ganz oben merkt man nur für ein paar Minuten die Höhe. Manche hatten allerdings größere Probleme. Trotzdem haben einige sogar ihre kleinen Hunde mitgenommen!
Am 2. Tag haben wir uns ein Auto mit Fahrer gemietet und sind zu den Tagong Grasslands gefahren, vorbei an grasenden Yaks und Pferden.

Die Landschaft mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund war wunderschön. Das Wetter schwang dauernd um: mal Regen, mal Schnee...aber Gott sei Dank gab es auch mal eine halbe Stunde strahlenden Sonnenschein... .

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Dienstag, 9. Oktober 2012
SEHEN: Menschen Berg Menschen Meer
linlin1982, 18:46h
Letzte Woche war die "Goldene Woche" in China: ein ganzes Volk war auf Achse und hat das Land bereist. In die Wüste von Xinjiang, auf die Berge von Sichuan, an den Westsee von Hangzhou, auf die Große Mauer nach Peking, an den Strand nach Qingdao...die beliebtesten Sehenswürdigkeiten waren überlaufen. 人山人海 (wörtlich: Menschen Berg Menschen Meer). Menschen, so weit das Auge reicht.
Trotzdem habe ich mich mutig in die Massen gestürzt: von Qingdao ging es 2,5 Stunden lang mit dem Flugzeug in die südwestliche Provinz Sichuan, nach Chengdu. Sichuan ist berühmt für Pandabären und das scharfe Essen. Es war toll - aber Chengdu ist bei weitem nicht so schön, wie ich dachte. Überall hupende Autos, Smog....auf dem Rückflug nach Qingdao, unter mir das leuchtend blaue Meer, ging mein Herz auf: Gott sei Dank bin ich zurück in Qingdao! Qingdao ist und bleibt einfach die schönste Stadt für mich.
Ich habe eine Hommage an Qingdao geschrieben. Ihr findet "Ein Tag in Qingdao" auf dem Blog der Reiseagentur CHINA Tours.
In den nächsten Tagen werde ich noch mehr über Sichuan - vor allem über das wunderbare Essen - an dieser Stelle berichten.
Jetzt genieße ich erstmal das wunderschöne Oktoberwetter in Qingdao!

Trotzdem habe ich mich mutig in die Massen gestürzt: von Qingdao ging es 2,5 Stunden lang mit dem Flugzeug in die südwestliche Provinz Sichuan, nach Chengdu. Sichuan ist berühmt für Pandabären und das scharfe Essen. Es war toll - aber Chengdu ist bei weitem nicht so schön, wie ich dachte. Überall hupende Autos, Smog....auf dem Rückflug nach Qingdao, unter mir das leuchtend blaue Meer, ging mein Herz auf: Gott sei Dank bin ich zurück in Qingdao! Qingdao ist und bleibt einfach die schönste Stadt für mich.
Ich habe eine Hommage an Qingdao geschrieben. Ihr findet "Ein Tag in Qingdao" auf dem Blog der Reiseagentur CHINA Tours.
In den nächsten Tagen werde ich noch mehr über Sichuan - vor allem über das wunderbare Essen - an dieser Stelle berichten.
Jetzt genieße ich erstmal das wunderschöne Oktoberwetter in Qingdao!

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Sonntag, 12. August 2012
HÖREN: Und doch - Ein Musikfestival!
linlin1982, 18:15h
Und doch: Die Open-Air-Musikfestivals in Qingdao sind wieder auferstanden! Aber ziemlich spät: erst Anfang August schwirrte die Nachricht im Webspace umher. Vom 17. bis 19. August wird auf dem Golden Beach das Pekinger "Inter City Music Festival" stattfinden. Angeblich mit Unterstützung der Qingdaoer "Propagandaabteilung". Hochkarätige Gäste aus Peking, Taiwan und den USA wie Peaches, Cui Jian, MC Hotdog werden erwartet. Mal sehen, ob das Festival wirklich stattfindet - und wirklich mit den angekündigten Gästen... .

Was ich sonst diese Woche noch gehört habe: ein Abteilungsleiter des Qingdaoer Fernsehens hat Anfang August auf dem Gelände der Fernsehstation ein älteres Ehepaar und ein fünfjähriges Kind angefahren. Das Kind hatte gerade eine Kindertanzschule des Fernsehsenders im Gebäude besucht. Die Großeltern und das Kind warteten gerade auf die Eltern, die kurz auf die Toilette gegangen waren. Die Großmutter wurde tödlich, der Großvater schwer verletzt. Das Kind hat unverletzt überlebt, aber einen großen Schock erlitten.
Das Fernsehen berichtet über seinen eigenen Fall jedoch nicht - und unterdrückt die Berichterstattung in anderen Medien. Die Internetpolizei ist fleißig hinter den chinesichen Bloggern her, die dieses Ereignis twittern: In dem chinaweiten Forum Tianya sind die Einträge zu diesem Ereignis gesperrt; auch Einträge auf dem Twitterpendant Weibo werden gelöscht.
Am gleichen Tag hat die Fernsehstation nur noch eine einzige andere Maßnahme ergriffen: als Konsequenz sollen alle Kindertanzschulen aus dem Gebäude ausziehen... .

Was ich sonst diese Woche noch gehört habe: ein Abteilungsleiter des Qingdaoer Fernsehens hat Anfang August auf dem Gelände der Fernsehstation ein älteres Ehepaar und ein fünfjähriges Kind angefahren. Das Kind hatte gerade eine Kindertanzschule des Fernsehsenders im Gebäude besucht. Die Großeltern und das Kind warteten gerade auf die Eltern, die kurz auf die Toilette gegangen waren. Die Großmutter wurde tödlich, der Großvater schwer verletzt. Das Kind hat unverletzt überlebt, aber einen großen Schock erlitten.
Das Fernsehen berichtet über seinen eigenen Fall jedoch nicht - und unterdrückt die Berichterstattung in anderen Medien. Die Internetpolizei ist fleißig hinter den chinesichen Bloggern her, die dieses Ereignis twittern: In dem chinaweiten Forum Tianya sind die Einträge zu diesem Ereignis gesperrt; auch Einträge auf dem Twitterpendant Weibo werden gelöscht.
Am gleichen Tag hat die Fernsehstation nur noch eine einzige andere Maßnahme ergriffen: als Konsequenz sollen alle Kindertanzschulen aus dem Gebäude ausziehen... .
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Samstag, 21. Juli 2012
HÖREN: Open-Air-Musikfestivals R.I.P.
linlin1982, 17:29h
Wenn es in den Straßen nach Barbecue riecht; wenn alle Qingdaoer erleichtert sagen "Hier bei uns ist es ja noch angenehm, aber in Peking und in der Provinzhauptstadt Jinan, da ist es jetzt unerträglich! 50 Grad!!!"; wenn die Passanten auf der Straße Plastiktüten mit frisch gezapften Tsingtao-Bier herumschleppen, dann ist es eindeutig: Der Sommer ist da!

Für sommerliche Großveranstaltungen wäre Qingdao eigentlich perfekt. Eigentlich. Zum Beispiel für Open-Air-Musikfestivals am Strand. Lasst mich mal kurz auf der Website Qingdaonese nachschauen, wie viele Musikfestivals es in diesem Sommer gibt....aha: kein einiziges. Ja. Kein einziges.
Dabei gab es letztes Jahr sogar ein großes, das drei Tage dauerte, mit Bands aus Peking, Qingdao, Frankreich, Norwegen: das Golden Beach Music Festival in Huangdao, auf der anderen Seite der Bucht. 2010 fand das Festival direkt am Strand statt, 2011 zwar nicht mehr direkt am Strand, aber direkt am Meer, 2012 findet es weder am Strand noch am Meer statt, sondern gar nicht.
Warum dieser Abstieg? Ein Grund ist meiner Meinung nach, dass die Behörden jeglicher Art von privaten größeren Menschenansammlungen zutiefst misstrauen. Letztes Jahr sollte Anfang September ein zweites Musikfestival direkt am Strand in der Innenstadt stattfinden - sogar der Altrocker Cui Jian hatte sich angekündigt. Zwei Tage vorher, ich hatte bereits Karten gekauft, wurde das Festival ohne Angabe von Gründen abgesagt. Zu der Zeit fand gerade eine stadtweite Kampagne statt, nämlich die Kampagne "Zivilisierte Stadt" (wenming chengshi). Wochenlang wurde Qingdao von Stadtbeamten (chengguan) von allem "Unrat" (Grillöfen, Tischen auf der Straße, Bettlern, Essständen..) - teilweise gewaltsam - gesäubert. Diese Anstrengungen wurden für die Inspektoren aus der Haupstadt unternommen, um endlich den ehrenwerten Titel einer "zivilisierten Stadt" tragen zu dürfen. Da passt ein Musikfestival, das Müll und andere Unberechenbarkeiten erwarten lässt, nicht in das "zivilisierte" Konzept. Den Titel hat Qingdao übigens letztendlich nicht bekommen.
Statt private Großveranstaltungen gibt es jedes Jahr das brave Event "International Marine Festival". Klingt spaßig, ist es aber nicht; die Events richten sich nicht an die Einwohner, sondern an potentielle Investoren. Für die Einwohner ist das "Festival" eher ärgerlich, weil dann die ganze Marina abgesperrt wird und plötzlich Eintritt kostet.
Ist die Blüte der Musikfestivals in Qingdao vorbei? Und was bedeutet das für die Öffentlichkeit? Vielleicht haben die Qingdaonesen auch einfach keinen Bock auf so eine Art von Veranstaltungen, vielleicht ist es für die meisten doch kein ideales Familienevent, vielleicht finden es manche doch nicht so vorteilhaft, ihre Babys mitzunehmen und sich mit ihnen neben die Verstärker zu stellen... .
Also, Golden Beach Music Festival: R.I.P.! Hier ein Foto von einer Pekinger Death Metal-Band vom Festival 2011. Ich bleibe also diesen Sommer bei BBQ&Bier. Und Karaoke.


Für sommerliche Großveranstaltungen wäre Qingdao eigentlich perfekt. Eigentlich. Zum Beispiel für Open-Air-Musikfestivals am Strand. Lasst mich mal kurz auf der Website Qingdaonese nachschauen, wie viele Musikfestivals es in diesem Sommer gibt....aha: kein einiziges. Ja. Kein einziges.
Dabei gab es letztes Jahr sogar ein großes, das drei Tage dauerte, mit Bands aus Peking, Qingdao, Frankreich, Norwegen: das Golden Beach Music Festival in Huangdao, auf der anderen Seite der Bucht. 2010 fand das Festival direkt am Strand statt, 2011 zwar nicht mehr direkt am Strand, aber direkt am Meer, 2012 findet es weder am Strand noch am Meer statt, sondern gar nicht.
Warum dieser Abstieg? Ein Grund ist meiner Meinung nach, dass die Behörden jeglicher Art von privaten größeren Menschenansammlungen zutiefst misstrauen. Letztes Jahr sollte Anfang September ein zweites Musikfestival direkt am Strand in der Innenstadt stattfinden - sogar der Altrocker Cui Jian hatte sich angekündigt. Zwei Tage vorher, ich hatte bereits Karten gekauft, wurde das Festival ohne Angabe von Gründen abgesagt. Zu der Zeit fand gerade eine stadtweite Kampagne statt, nämlich die Kampagne "Zivilisierte Stadt" (wenming chengshi). Wochenlang wurde Qingdao von Stadtbeamten (chengguan) von allem "Unrat" (Grillöfen, Tischen auf der Straße, Bettlern, Essständen..) - teilweise gewaltsam - gesäubert. Diese Anstrengungen wurden für die Inspektoren aus der Haupstadt unternommen, um endlich den ehrenwerten Titel einer "zivilisierten Stadt" tragen zu dürfen. Da passt ein Musikfestival, das Müll und andere Unberechenbarkeiten erwarten lässt, nicht in das "zivilisierte" Konzept. Den Titel hat Qingdao übigens letztendlich nicht bekommen.
Statt private Großveranstaltungen gibt es jedes Jahr das brave Event "International Marine Festival". Klingt spaßig, ist es aber nicht; die Events richten sich nicht an die Einwohner, sondern an potentielle Investoren. Für die Einwohner ist das "Festival" eher ärgerlich, weil dann die ganze Marina abgesperrt wird und plötzlich Eintritt kostet.
Ist die Blüte der Musikfestivals in Qingdao vorbei? Und was bedeutet das für die Öffentlichkeit? Vielleicht haben die Qingdaonesen auch einfach keinen Bock auf so eine Art von Veranstaltungen, vielleicht ist es für die meisten doch kein ideales Familienevent, vielleicht finden es manche doch nicht so vorteilhaft, ihre Babys mitzunehmen und sich mit ihnen neben die Verstärker zu stellen... .
Also, Golden Beach Music Festival: R.I.P.! Hier ein Foto von einer Pekinger Death Metal-Band vom Festival 2011. Ich bleibe also diesen Sommer bei BBQ&Bier. Und Karaoke.

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Samstag, 7. Juli 2012
FÜHLEN: Back in Qingdao
linlin1982, 11:50h
Morgens unwissentlich verschimmelten Kuchen gegessen; mittags erfahren, dass im Kindergarten der Tochter meiner Kollegin Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist - und der Kindergarten dies bis jetzt den anderen Eltern verheimlicht; abends festgestellt, dass die Blog-Beiträge meines Lieblingsbloggers Li Chengpeng über die Proteste in Shifang von der Zensur schon entdeckt und gelöscht wurden... - ich bin wieder in CHINA!
Im Juni war ich in Deutschland und konnte dort das verzerrte Chinabild der Deutschen genießen, das von supernaiv verklärend bis hin zu hochgradig verteufelnd reicht. Kein Wunder: was die Medien verzapfen, ist auch nicht gerade eine ausgewogene Beschreibung von China. Übrigens: Ai Weiwei hat jetzt einen Kinofilm?! Wer ist Ai Weiwei? In China ist er völlig unbekannt - und unbedeutend. Was hat er mit den 08/15-Bürgern zu tun? Rein gar nichts.
Wer den Kommentar des Autoren und Bloggers Han Han über die Demonstrationen in Shifang auf Deutsch lesen möchte: auf der Seite doppelpod.com gibt es eine Übersetzung seines Blogeintrags http://www.doppelpod.com/?p=3098&lang=cn.
Im Juni war ich in Deutschland und konnte dort das verzerrte Chinabild der Deutschen genießen, das von supernaiv verklärend bis hin zu hochgradig verteufelnd reicht. Kein Wunder: was die Medien verzapfen, ist auch nicht gerade eine ausgewogene Beschreibung von China. Übrigens: Ai Weiwei hat jetzt einen Kinofilm?! Wer ist Ai Weiwei? In China ist er völlig unbekannt - und unbedeutend. Was hat er mit den 08/15-Bürgern zu tun? Rein gar nichts.
Wer den Kommentar des Autoren und Bloggers Han Han über die Demonstrationen in Shifang auf Deutsch lesen möchte: auf der Seite doppelpod.com gibt es eine Übersetzung seines Blogeintrags http://www.doppelpod.com/?p=3098&lang=cn.
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Sonntag, 20. Mai 2012
SCHMECKEN: Hochzeitsbonbons (Xitang 喜糖)
linlin1982, 01:33h
Heute: Hochzeitsbankett. Braut: aus der zentralchinesischen Provinz Henan. Bräutigam: der Sohn des besten Freundes meines Schwiegervaters. Braut und Bräutigam - jetzt frisch gebackene Eheleute - wohnen: in Shenzhen. Weit, weit im Süden. Die Feier findet aber in der alten Heimat des Bräutigams, in Qingdao, statt. Eine schöne, romantische Hochzeit - und leckere Hochzeitsbonbons (Xitang 喜糖). Hier ein paar Fotos.

Eine russische Band? Nein, sie mögen einfach nur auffällige Kopfbedeckungen. Zum Glück war es nicht so heiß heute.

Die Comicfiguren laufen - rapautz! - vor den grauen Schwelen der explodierenden Böller davon.

Zwei Rosen?!

Tada! Hochzeitsbonbons!

Mhmmm...süße Datteln (甜枣)

Ach, Hochzeitsessen ist schon was Besonderes!

Eine russische Band? Nein, sie mögen einfach nur auffällige Kopfbedeckungen. Zum Glück war es nicht so heiß heute.

Die Comicfiguren laufen - rapautz! - vor den grauen Schwelen der explodierenden Böller davon.

Zwei Rosen?!

Tada! Hochzeitsbonbons!

Mhmmm...süße Datteln (甜枣)

Ach, Hochzeitsessen ist schon was Besonderes!
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